Modellprojektjahr eins (2015/16)

Antiziganismus/Rassismus gegen Sinti und Roma/Gadjé-Rassismus

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Nach über einem Jahr Modellprojektlaufzeit konnten wir zahlreiche Lernerfahrungen sammeln, welche einen dynamischen und selbstkritischen Prozess anregten. Bewusst entschieden wir uns für eine Vielfalt von Formaten, um eine multiperspektivische Sichtweise auf unsere Inhalte, Didaktik, Methodik und Sprache zu erhalten. Auf diversen Fachtagungen etwa tauschten wir uns zu den politischen wissenschaftlichen und sozialen Dimensionen des Phänomens „Rassismus gegen Sinti und Roma“ aus.

Oftmals gingen wir aus den Veranstaltungen mit neuen Fragen heraus, als mit fertigen Antworten:

  • „Wie können wir das Modellprojekt benennen, ohne selbst in die diskriminierende Falle zu tappen? Ist der Begriff „Antiziganismus“ ein adäquater Begriff und welche Alternativen gibt es?“
  • „Wie können wir einerseits über die Jahrhunderte andauernde Diskriminierung, Verfolgung und Ausgrenzung von Sinti und Roma sprechen und dabei lediglich eine Person aus der Community selbst in die Projektarbeit einbeziehen?“
  • „Wie schaffen wir am besten den Zugang für unsere Zielgruppen zu dem Themenfeld Rassismus gegen Sinti und Roma? Welche Bedingungen müssen in den Bildungsveranstaltungen gegeben sein, um das Handlungspotenzial der Teilnehmenden anzuregen und die Lust am Aktivwerden zu wecken?“

Diese und weitere Fragen sind die treibende Kraft, das Projekt voranzubringen. In Gesprächen mit unseren Kooperationspartner_innen und mit pädagogischen Fachkräften aus unserem Teamkreis stellen wir uns gern diesen Herausforderungen und suchen gemeinsam nach Trampelpfaden, gepflasterten Straßen und unerschrockenen Wegen.

Im Folgenden skizzieren wir die bisherigen Bausteine des Modellprojekts und wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

Zur Sprache

Der Begriff „Antiziganismus“ wird kontrovers diskutiert. Zahlreiche Angehörige der Minderheit sprechen sich gegen den Begriff aus, da er Stereotype reproduzieren kann.

Hajdi Barz (Beiratsmitglied): „Es ist wichtig, die Deutungshoheit über Begriffe aus der Betroffenenperspektive anzuerkennen. Es macht viel aus, wer über was spricht.“ Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, viele Begriffe gleichzeitig zu verwenden, und somit dem andauernden Diskurs im Projekt gerecht zu werden.

Konzeptgruppentreffen

Bislang haben wir uns drei Mal zu einem Konzeptgruppentreffen in der JBS Kaubstraße getroffen. Das Hauptanliegen der Treffen war es, Ziele für die Bildungsveranstaltungen zu formulieren, auf dieser Grundlage ein Seminarkonzept zu erarbeiten und im Anschluss Evaluationsinstrumente zu entwickeln. In Folge dessen fanden zwei Fortbildungen für freiberufliche Referent_innen statt.

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Zielgruppen

Unsere Bildungsveranstaltungen bieten wir bisher Freiwilligen an, welche über den Landesjugendring Berlin und den Türkischen Bund Berlin vermittelt werden. Jedoch sind wir auch offen für weitere Zielgruppen, wie Schüler_innen der Sek I und Sek II.

Seminare

Im ersten Modellprojektjahr konnten wir drei Projektwochen zu dem Thema „Rassismus gegen Sinti und Roma“ anbieten. Aus diesen Veranstaltungen sind zahlreiche Mini Aktionen hervorgegangen, welche die meisten Teilnehmenden selbständig konzipiert und durchgeführt haben.

Mini Aktionen

Aktiv werden, Selbstwirksamkeit erleben und sich in gesellschaftliche Diskurse einmischen konnten die Teilnehmenden mittels ihrer Mini Aktionen erfahren. Unter Eigenregie ihres Zeit- und Ressourcenmanagements entwickelten die Teilnehmer_innen Aktionsformate, mit denen sie für das Phänomen des Gadjé-Rassismus sensibilisieren und dem allgegenwärtigen Rassismus gegen Sinti und Roma Sichtbarkeit verleihen.   

  

      


        Flyer_1, Flyer_2

       


      


       


        Plakatvorlage

       


        Text_1, Text_2

        Petite Presentation

    

      


       Zigarettenstickervorlage

      


      


      


     

Wissenschaftlicher Beirat 

Als wichtiges Evaluationsinstrument fungiert der Projektbeirat, welcher zwei Mal jährlich in der Jugendbildungsstätte Kaubstraße zusammenkommt. Themen wie Begrifflichkeiten, Konzept, Ziele und Formate werden diskutiert. Dabei greifen wissenschaftliche, pädagogische, soziale und politische Perspektiven ineinander und befruchten sich gegenseitig.

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Die Mitglieder sind:

  • Hajdi Barz (IniRromnja, Romani Phen)
  • Christian Brüggemann (HU-Berlin)
  • Markus End (Dipl. Politologe, Publizist; Schwerpunkt Antiziganismus)
  • Zaklina Mamutovic (Anti-Bias-Werkstatt; Bildungsteam Berlin Brandenburg e. V.)
  • Patricia Pientka (MA Neuere und Neuste Geschichte, Publizistin)
  • Isidora Radjelovic (IniRromnja)
  • Elisa Schmidt (B.A. Soziale Arbeit; freiberufliche Bildungsreferentin, Publizistin, Schwerpunkt Antiziganismus)

Film

Die JBS Kaubstraße arbeitet an einem Dokumentarfilm zum Thema "Realitäten von Sinti und Roma in Deutschland". Wir erhoffen uns von dem geplanten Dokumentationsfilm eine erhöhte Wirksamkeit der Bildungsarbeit gegen die Feindlichkeit gegen Sinti und Roma, denn die Perspektiven derjenigen, die Antiziganismus alltäglich persönlich erfahren, leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, antiziganistische Ressentiments und Klischees der Mehrheitsgesellschaft in der Bildungsarbeit mit einer neuen Qualität in Frage zu stellen. Ein solcher Film soll Sinti und Roma als marginalisierte Minderheit in ihrer subjektiven Stimme und in der mehrheitsgesellschaftlichen Wahrnehmung stärken und den Betrachter_innen  Einsichten in unterschiedliche Lebensrealitäten von Sinti und Roma, und damit Empathieentwicklung und Perspektivwechsel ermöglichen.

 

    Kooperationspartner_innen

    Türkischer Bund Berlin

    Landesjugendring Berlin

    Amaro Drom e. V.

BMFSFJ DL mitFoerderzusatz RZ

 

 

Gästehaus

  • Köchin/Koch gesucht

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    Wir suchen für unsere Bildungsstätte zum 5.2.2018 eine*n neue*n Köchin/Koch.

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    Die Jugendbildungsstätte Kaubstraße ist nicht barrierefrei. Trotzdem und deshalb legen wir großen Wert auf die Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion.

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    Seit einiger Zeit bieten wir in unserem Haus überwiegend Fleisch- und Wurstprodukte sowie Eier an, die qualitativ hochwertiger sind als konventionell erzeugte Produkte.

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    Unsere Doppelhausvilla liegt verkehrsgünstig im Zentrum Berlins.
    Sie  befindet sich in der Nähe des Fehrbelliner Platzes in ruhiger Lage im sog. Landhausviertel, umgeben von einem großen Garten.

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